Sturla Holm Laegreid holt Massenstartgold bei IBU WM

Sturla Holm Laegreid holt Massenstartgold bei IBU WM

Norwegens Sturla Holm Laegreid schoss beim letzten Stehendschießen einen Fehler, flog aber über die 15 km des Massenstarts der Herren und sicherte sich an diesem Nachmittag Gold, nachdem er auf der Schlussrunde davongezogen war. Er brauchte 32:51,5. Laegreids Sieg war seine zweite Einzelgoldmedaille. Insgesamt sicherte er sich bereits viermal Gold in Pokljuka: Massenstart, Einzel über 20 km, Gemischte Staffel und Herrenstaffel. Johannes Dale schoss zwei Fehler und holte Silber, 10,2 Sekunden hinter dem Sieger. Die Norweger holten damit die Plätze eins und zwei. Quentin Fillon Maillet aus Frankreich musste ebenfalls zweimal in die Strafrunde und landete 12,8 Sekunden hinter Laegreid auf dem Bronzerang.


Sturla Holm Laegreid holt Massenstartgold bei IBU WM

Dem Plan folgen

Laegreid hatte gestern seinen 24. Geburtstag gefeiert. Er verspürte heute kaum Druck, sondern folgte einfach seinem Plan. Der Sieg „war einfach unglaublich. Ich habe mir vorgenommen, auf den ersten beiden Runden nicht zu viel Energie zu verbrauchen und mich sehr auf das Schießen zu konzentrieren. Ich bin sehr zufrieden… Ich habe versucht, nicht daran zu denken, dass es eine WM ist. Ich habe mir vorgestellt, es wäre ein normaler Trainingstag. Ich weiß, dass ich im Training immer gut schieße. Und ich wusste es und heute habe ich es umgesetzt!“

Massenstartsieg

Der Sieg bedeutete, dass Laegreid bereits in jeder Einzeldisziplin im Biathlon einmal ganz oben stand. Er erzählte, warum es im Massenstart so lange gedauert hatte. „Vielleicht weil ich es zu stark versucht habe. Der Massenstart macht viel Spaß. In den früheren Massenstarts der Saison bin ich die Rennen zu schnell angegangen und habe all meine Energie verbraucht. Heute war ich ruhiger. Ich habe meine Energie gespart und hatte noch Kraft auf der Schlussrunde.“

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Der Österreicher Simon Eder schoss einen Fehler und wurde Vierter, 23,1 Sekunden zurück. Platz fünf ging an Sloweniens Jakov Fak mit einer Strafrunde und einem Rückstand von 30 Sekunden. Tarjei Boe aus Norwegen schoss zwei Fehler und landete 33,1 Sekunden hinter Laegreid auf Rang sechs.

Spannender letzter Wettkampf

Der letzte Wettkampf der diesjährigen IBU Weltmeisterschaft war eine Blaupause des Massenstarts der Damen früher an diesem Nachmittag: sonnig, warm, windstill und spannend. Die erste Runde verlief typisch: Johannes kontrollierte das Feld und führte die 30 Herren zum ersten Liegendschießen. Doch der Träger des Gelben Trikots bezahlte für seine aggressive Angangsweise. Er schoss zwei Fehler und fiel 44 Sekunden zurück. Sein Teamkollege Laegreid blieb fehlerfrei und sicherte sich die Führung. Lukas Hofer, Fak und Emilien Jacquelin taten es ihm nach und folgten weniger als eine Sekunden dahinter. Neun weitere Athleten blieben ebenfalls fehlerfrei und lagen alle innerhalb von 13 Sekunden, als sie auf die nächste 3 km-Runde gingen.

Fünfergruppe

Hofer übernahm die Führungsarbeit und Fak folgte ihm auf der gesamten Runde dicht auf den Fersen. Fak und Laegreid schossen beide sehr schnell und trafen alle Scheiben. Nur 0,2 Sekunden lagen zwischen ihnen, als sie den kleinen Anstieg hinauf und aus dem Stadion hinausliefen. Sebastian Samuelsson, Eder und Arnd Peiffer zogen nach und folgten vier Sekunden dahinter. Der Träger des Gelben Trikots traf ebenfalls und arbeitete sich auf Rang 11 nach vorn, lag aber 29 Sekunden zurück. Die Fünfergruppe blieb die gesamte Runde über eng beisammen und steuerte das erste Stehendschießen an.


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Schnellster Schütze

Laegreid war erneut der schnellste Schütze und räumte auch beim ersten Stehendschießen alle Scheiben ab. Fak und Eder trafen ebenfalls und folgten dem jungen Norweger mit einem Abstand von zwei Sekunden. Hofer blieb dieses Mal fehlerfrei und arbeitete sich wieder nach vorn. Er lag auf Rang vier, aber 29 Sekunden zurück. Peiffer war Fünfter. Zwei weitere Strafrunden brachten Johannes endgültig zu Fall.

Top 3 in Strafrunde

Der Norweger gab den Takt vor, doch Fak und Eder folgten ihm auf den Fersen. Kurz vor dem letzten Stehendschießen riss Laegreid eine kleine Lücke von sechs Sekunden. Er verfehlte einen Schuss und musste in die Strafrunde. Auch Eder und Fak patzten und folgten ihm in dieser Reihenfolge. Der Goldmedaillengewinner im Einzel über 20 km führte mit 9,7 Sekunden vor dem Lokalmatadoren und dem österreichischen Veteranen. Es lagen nur noch 3 km zwischen ihnen und dem Podest.


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Sieg für Laegreid; Dale und Fillon Maillet kommen

Fillon Maillet und Dale schossen beim letzten Durchgang schnell und sauber und schlossen zu Eder und Fak auf. Die Vierergruppe kämpfte um Silber und Bronze. Laegreid lag sicher auf Rang eins. 900 Meter vor dem Ziel attackierte Dale, zog davon und sicherte sich so Silber. Norwegen holte damit die Plätze eins und zwei. Fillon Maillet setzte sich ebenfalls von Eder und Fak ab und erkämpfte sich Bronze. Der Österreicher und der Slowene fielen auf die Plätze vier und fünf zurück.


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Einfach explodieren

Dale kam quasi aus dem Nichts und griff in den Medaillenkampf ein. Ähnlich wie Tandrevold und Eckhoff zuvor. „Bei Quentin und mir war es eine ähnliche Situation wie bei Ingrid und Tiril. Ich habe mich frisch gefühlt und wollte auf dem letzten Anstieg einfach explodieren. Alles lief wie geplant. Ich bin super zufrieden, dass ich heute Silber gewonnen habe.“

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Fillon Maillet endlich in den Medaillenrängen

Nach drei vierten Plätzen in Verfolgung, Einzel und Staffel schaffte es Fillon Maillet endlich aufs Treppchen. Er war überglücklich. „Endlich Dritter im Massenstart. Ich freue mich, die WM mit einem guten Ergebnis zu beenden… Ich bin sehr zufrieden mit dieser Weltmeisterschaft. Nicht unbedingt mit den Ergebnissen, aber mit meiner guten Laufform und dem guten Stehendschießen. Leider habe ich liegend einige Fehler geschossen. Deshalb habe ich in vielen guten Rennen keine Medaille gewonnen. Ich bin ein bisschen traurig darüber, aber gleichzeitig froh, endlich in den Medaillenrängen gelandet zu sein.“

Fotos: IBU/Thibaut. Manzoni

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