Quentin Fillon Maillet und Anais Bescond dominieren französische Meisterschaften

Quentin Fillon Maillet und Anais Bescond dominieren französische Meisterschaften

Quentin Fillon Maillet und Anais Bescond legten bei den französischen Meisterschaften im Alexis-Boeuf-Biathlonstadion in La Feclaz mit Doppelsiegen in Sprint und Verfolgung einen beeindruckenden Auftritt hin. Die französische Senior-Biathletin Bescond hat nun insgesamt 12 Meistertitel auf dem Konto, Fillon Maillet konnte den Zähler auf 10 Meistertitel in der Karriere erhöhen.

Quentin Fillon Maillet und Anais Bescond dominieren französische Meisterschaften

Bescond: „Herrliches Wochenende“

Bescond, die unangefochtene Königin dieses Wochenendes, sagte gegenüber dem FFS nach der Verfolgung: „Es war ein herrliches Wochenende ... meine Technik hat auf der Strecke und am Schießstand gestimmt. Ich bin allerdings etwas enttäuscht über die zwei Fehler im Stehendanschlag, vor allem nach den fehlerfreien Liegendschießen.“ Weiter sagte sie: „Ich bin mehrere Jahre lang immer verletzt gewesen und konnte nicht voll trainieren. Ich wusste nicht, wo ich stand. Es ist albern, aber ich war ein bisschen besorgt. Jetzt sieht es endlich gut aus für mich, und ich habe mir gesagt, dass es richtig war, in diesem Jahr noch weiterzumachen.“

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Drei Starter fehlen wegen Corona

Wie bei allen Sommerwettkämpfen in diesem Jahr mussten auch die französischen Meisterschaften unter Einhaltung der Corona-Vorschriften ausgetragen werden. Bevor irgendjemand am Freitag einen Fuß in das Stadion setzte, waren Corona-Tests zu absolvieren, und drei Starter wurden gleich gestrichen. Fabien Claude und Gilonne Guigonnat wurden beide positiv getestet und blieben zuhause. Beide vermeldeten, asymptomatisch zu sein und normal zu trainieren, allerdings in Isolation. Etwas kurioser war die Lage für Justine Braisaz, die ihr Testergebnis nicht rechtzeitig erhielt und deswegen ebenfalls nicht starten konnte. Was langsam zum Standard wird, ist, dass die Veranstaltung ohne Zuschauer stattfinden musste, und am Schießstand gehört es inzwischen zum normalen Ablauf, dass die Schießmatten mit Desinfektionsmittel eingesprüht werden.

Das verkleinerte Wettkampfprogramm mit Senioren, U22 und U19 begann am Samstag mit den Sprints; auf die Rennen der jüngeren Athleten, die sonst mit von der Partie waren, hatte man verzichtet. An diesem praktisch windstillen Tag war gutes Schießen gefordert, und 17 der besten 20 Frauen sowie 16 der 20 besten Männer kamen mit weißer Weste ins Ziel. Die besten drei in den Sprints der Frauen und Männer schafften alle die Null.

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Bescond und Fillon Maillet führen Sprint-Riege an

Bescond führte die Riege der fehlerfreien Schützinnen an und siegte im 7,5 km Sprint der Frauen in 16:13. Zweite wurde Chloe Chevalier mit 29,1 Sekunden Rückstand. Den dritten Podestplatz belegte Caroline Colombo mit 49 Sekunden Rückstand. Sowohl Chevalier als auch Colombo kamen ohne Fehler ins Ziel. Die frischgebackene Mutter Anais Chevalier-Bouchet meldete sich nach der Pause mit einem sechsten Platz zurück, den sie mit einem Fehler im Liegendanschlag und 1:10 Rückstand erkämpfte.

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Der Sprint der Männer wirkte etwas seltsam ohne den großen Martin Fourcade, der bis zu seinem Rückzug aus dem aktiven Sport 10 Jahre lang eine feste Größe bei den Seniorenwettkämpfen gewesen war. Einer der Thronanwärter, Fillon Maillet, konnte seinen Sprinttitel aus dem Jahr 2019 verteidigen und holte sich wie Bescond mit makellosem Schießen in 16:42 den Sieg im 7,5 km Sprint der Männer. Der IBU Verfolgungsweltmeister Emilien Jacquelin tat es seinem Mannschaftskameraden mit zehn perfekten Treffern gleich, kam aber mit 15,3 Sekunden Rückstand ins Ziel. Antonin Guigonnat blieb ebenfalls ohne Fehler und wurde mit 31 Sekunden Rückstand Dritter. Die besten sechs Männer kamen am Schießstand alle ungeschoren davon, darunter auch der 21-jährige Guillaume Desmus auf Platz sechs.

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Start-Ziel-Siege in Verfolgern

Das Duo Bescond/Fillon Maillet zeigte sich in den Verfolgern am Sonntag gleichermaßen dominant wie am Samstag. Beide lieferten an einem bedeckten Wettkampftag mit leichtem Nieselregen und tückischen Winden trotz schwierigerer Bedingungen am Schießstand Start-Ziel-Siege ab. Hinter den beiden Siegern gingen die Podestplätze an dieselben Starter wie im Sprint.

Bescond demonstrierte mit einer starken Laufleistung und nur zwei Schießfehlern aus den zwei Stehendschießen deutlich, dass sie derzeit die beste Frau in der französischen Mannschaft ist, und holte sich in 28:33 den Sieg in der 10 km Verfolgung der Frauen. Chloe Chevalier wurde mit zwei Fehlern im letzten Stehendschießen und 1:07,3 Rückstand erneut Zweite. Den dritten Platz belegte Caroline Colombo mit drei Fehlern und 1:18 Rückstand. Die Rückkehrerin Anais Chevalier schaffte mit zwei Fehlern knappe 1,2 Sekunden hinter Colombo den Sprung von Platz sechs im Sprint auf Platz vier.

Überzeugender Sieg für Fillon Maillet

Wie Bescond bewies auch der Sprintsieger bei den Männern seine überlegene Position in der Mannschaft der Männer mit einem zweiten überzeugenden Sieg und ebenfalls zwei Strafrunden. Trotz eines Fehlers im ersten Liegendschießen war Fillon Maillets Verfolgungssieg nie in Gefahr. Er verfehlte nur noch einmal im letzten Stehendschießen und kam über die 12,5 km in 29:48,2 als Erster über die Ziellinie. Emilien Jacquelin leistete sich seine zwei Fehler jeweils im ersten Liegendschießen und im ersten Stehendschießen und wurde mit 26,9 Sekunden Rückstand Zweiter. Antonin Guigonnat landete mit drei Fehlern und 1:51,5 Rückstand auf Platz drei. Simon Desthieux verfehlte mit nur zwei Fehlern und 2,5 Sekunden Rückstand auf Guigonnat das Podest nur knapp und landete auf Platz vier.

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„Es kann viel passieren“

Fillon Maillet fasste das Wochenende in einem Interview mit Nordic Magazin zusammen und bezeichnete die Rennen als „Vorbereitungsphase“ auf den Winter. Gleichzeitig zeigte er sich zufrieden mit seinen Schießleistungen. Trotzdem erklärte er, man dürfe sich auf diesen Ergebnissen nicht ausruhen. Bis zum Winter, so sagt er, „kann noch viel passieren.“

Photos: Marika Godin, FFS Nordic, FFS/Lionel Laurent

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