Staffelgold für Russland und Schweden

Staffelgold für Russland und Schweden

Eine Strafrunde konnte das russische Duo aus Evgeniya Pavlova und Dmitry Malyshko auf dem Weg zu ihrem Sieg in der Single-Mixed Staffel 20,6 Sekunden vor Anna Magnusson und Jesper Nelin aus Schweden und weitere 29,0 Sekunden vor den Franzosen Lou Jeanmonnot und Aristide Begue nicht aufhalten. Das Abendrennen wurde im letzten Schießen entschieden, bei dem Sebastian Samuelsson alle Scheiben traf und die Vorarbeit von Emma Nilsson, Mona Brorsson und Martin Ponsiluoma in Gold verwandelte. Platz zwei ging an das deutsche Team aus Nadine Horchler, Janina Hettich, Lucas Fratzscher und Philipp Horn mit 17,7 Sekunden Rückstand und Platz drei an die Gastgeber aus Weißrussland mit Dzinara Alimbekava, Anna Sola, Roman Yaliotnau und Sergey Bocharnikov.

Staffelgold für Russland und Schweden

Single Mixed Relay

Strafrunde zusätzliche Motivation

Russland ging beim ersten Wechsel in Führung, und Malyshko verteidigte diese Führung ohne Nachlader bis zum zweiten Wechsel. Schweden schaffte es bis zur Rennhalbzeit ganz ohne Nachlader, und so lagen Magnusson und Nelin am zweiten Wechsel auf Rang zwei, knapp vor Begue für Frankreich und Endre Stroemsheim aus Norwegen, der gestern Bronze geholte hatte. 

Aber es war davon auszugehen, dass es in der zweiten Rennhälfte noch spannend werden würde. Pavlova war die erste, die patzte und in ihrem dritten Schießen nicht einmal mit allen acht Patronen die fünf Scheiben schließen konnte. Damit war das Rennen für sie und das russische Team aber noch lange nicht vorbei.

„Ich habe mich sehr über mich geärgert,“ sagte Pavlova. „Ich habe mich dann auf den Skiern ins Zeug gelegt, um die Zeit wieder rauszuholen, die ich mit meinem schlechten Schießen verschenkt hatte.“

* Malyshko nicht überrascht vom Patzer des Norwegers*

Die Single-Mixed-Staffel ist ein eng getaktetes Rennen, und so hatte Malyshko kaum Zeit, über Pavlovas Fehler nachzudenken. „Evgeniya hat viel Zeit wieder aufgeholt und ich bin zuversichtlich losgelaufen, weil ich das Gefühl hatte, bei den Männern heute der Stärkste zu sein“, so Malyshko. Als die dann Führenden Stroemsheim, Malyhsko, Begue und Nelin sich zum vierten und letzten Schießen des Rennens aufstellten, verlor der Norweger plötzlich die Nerven, traf nur zwei Scheiben und musste drei Strafrunden laufen. Malyhsko lief den mit schnellem Schießen erkämpften Vorteil ins Ziel.

„Mich haben Endres Probleme nicht überrascht,“ sagte Malyhsko. „Beim letzten Schießen braucht man normalerweise vor allem starke Nerven, und die hatte er heute nicht. Es ist ein tolles Gefühl, diese Goldmedaille zu gewinnen.“

Staffelgold für Russland und Schweden

Magnusson und Nelin waren zum ersten Mal in ihrer Karriere ein Team waren stolz darauf, den Ruf der jungen schwedischen Mannschaft als Staffelexperten weiter ausgebaut zu haben. „Wir sind alle sehr eng miteinander, und das hier ist wichtig,“ sagte Magnusson. „Ich bin froh, dass ich auf der letzten Runde noch schnell laufen konnte. Die einfache gemischte Staffel ist aufregend, und wenn man eine Medaille gewinnt, noch viel mehr.“

Staffelgold für Russland und Schweden

Für die drittplatzierten Franzosen war die heutige Medaille ein willkommener Erfolg.

„Ich erhole mich noch von meinen schlechten Einzelrennen bei den IBU Juniorenweltmeisterschaften, wo ich Gold in der Staffel gewonnen habe. Diese Medaille ist toll,“ sagte Jeanmonnot. „Für mich ist es die bislang beste Saison meiner Karriere und diese Medaille ist ein passendes Highlight,“ sagte Begue, der hart um einen Platz im leistungsstarken französischen Weltcupteam kämpft.“

Staffelgold für Russland und Schweden

Weißrussische Frauen mit gebührendem Einstieg

Mit der Gold-Erfahrung der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang im Rücken lieferte Dzinara Alimbekava einen gebührenden Renneinstieg für Weißrussland ab und schickte Anna Sola nach nur einem Nachlader als Führende auf ihre Runde. Als Ersatzläuferin für die immer noch nicht völlig erstarkte Iryna Kryuko schaffte es Sola, Alimbekava noch zu übertrumpfen, traf alle zehn Scheiben und übergab mit überraschenden 6,4 Sekunden Vorsprung an Roman Yaliotnau. 

„Die olympische Erfahrung hat mir heute viel geholfen“, sagte die überglückliche Alimbekava. „Es war ein tolles Rennen in einer fantastischen Atmosphäre. Das ist eine Medaille für unser Land!“

Vorbereitung auf den letzten Angriff

Aber während dieser fantastischen Leistungen der beiden Weißrussinnen bereiteten Emma Nilsson und Mona Brorsson für Schweden sowie Nadine Horchler und Janina Hettich im Stillen die Angriffspositionen für ihre männlichen Teamkollegen vor.

„Ich habe so viel Vertrauen in meine Mannschaftskameraden, ich weiß das wir als Team einen guten Platz erreichen werden,“ sagte Nilsson. „Ich habe mir am Schießstand ziemlich Zeit gelassen, damit Martin auf einer möglichst guten Position starten kann,“ erklärte Brorsson, die Schweden auf die Medaillenränge brachte.

Während Yaliotnau dem zu diesem Zeitpunkt zweiten Sergii Semenov davonlief und Ponsiluoma sich an den Rat hielt, den Mann vor sich arbeiten zu lassen und spät anzugreifen, zauberte Fratzscher für Deutschland eine perfekte Runde in den Schnee und übergab als Zweiter.

„Mir war klar, dass ich auf Roman verlor, aber ich habe trotzdem erst auf der letzten Runde angegriffen. Sebastian sollte von Anfang an angreifen, und das hat er gemacht,“ sagte Ponsiluoma. 

„Meine Leistung heute war wirklich gut,“ sagte ein zufriedener Fratzscher. „Für mich war es heute ein perfektes Rennen, und die Silbermedaille ist die Belohnung für Teamwork.“ „Nach einem vierten Platz gestern bedeutet diese Medaille alles für mich,“ fügte Horchler hinzu

Staffelgold für Russland und Schweden

Samuelsson gibt alles

Mit Schweden auf Platz drei beim dritten Wechsel und 19,2 Sekunden hinter den führenden Weißrussen ging Samuelsson gleich zu Beginn zum Angriff über. Er flog gleich auf den ersten Metern seiner Runde an Philipp Horn vorbei und hängte sich an Sergey Bocharnikov. Im Liegendanschlag brauchte Samuelsson einen Nachlader, sodass Bocharnikov wieder ins Spiel kam, und auch Horn auf Rang drei drehte vollauf. Bocharnikov und Samuelsson kamen zum letzten Schießen zusammen in den Schießstand und lieferten sich Schulter an Schulter ein letztes Duell.

„Ich war überrascht, wie schnell Sebastian neben mir war,“ gab Bocharnikov zu. „Ich habe versucht, mit ihm mitzuhalten, und das hat uns am Ende die Medaille eingebracht. Ich bin ein gutes Rennen gelaufen, ich bin sehr glücklich, das ganze Land ist glücklich. Es war ein toller Abend.“

Samuelsson traf im Stehendanschlag alle seine Scheiben und flog dann zu einem erneuten schwedischen Sieg bei den diesjährigen Offenen Europameisterschaften. „Gestern habe ich siebenmal verfehlt, also musste das heute besser werden. Meine Strategie war, von Anfang an anzugreifen und das restliche Feld unter Druck zu setzen. Es hat perfekt funktioniert.“

Mit perfekter Leistung holte Horn Silber für die deutsche Mannschaft.

Foto: IBU/Christian Manzoni

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