Schlussläufer Johannes Thingnes Bö führt Norwegen zum Mixed-Staffel-Gold bei IBU-Weltmeisterschaft

Schlussläufer Johannes Thingnes Bö führt Norwegen zum Mixed-Staffel-Gold bei IBU-Weltmeisterschaft

Der norwegische Schlussläufer Johannes Thingnes Bö startete mit einer Führung von 0,3 Sekunden vor Italien in seine Runde und baute diese bis zur Ziellinie auf 15,6 Sekunden aus. Damit holte Norwegen in 1:02:27,7 Gold in der Mixed-Staffel bei der IBU-Weltmeisterschaft. Die Goldmedaillengewinner Marte Olsbu Røiseland, Tiril Eckhoff und die Brüder Tarjei und Johannes Thingnes Bö brauchten sieben Nachlader. Die Silbermedaille ging mit 15,6 Sekunden Rückstand und sechs Nachladern an das Heimteam Italien. Die Tschechische Republik holte mit nur zwei Nachladern und 30,8 Sekunden Rückstand Bronze.

Letztes Stehendschießen: eine nervenaufreibende Erfahrung
Johannes gestand, dass das letzte Stehendschießen eine nervenaufreibende Erfahrung gewesen sei: „Ich konnte fühlen, dass das ganze Stadion ruhig war. Ich wusste, dass ich mit einem Italiener dort war und fühlte meine Nervosität. Wir beide hatten Probleme, aber ich war schneller und ziemlich effizient mit den Extrakugeln. Dann bekam ich die Lücke und gab alles.“

„Wir sind in Form“
Zu dem goldenen Start in die Weltmeisterschaft fügte er hinzu: „Natürlich ist das wichtig. Es sagt nicht viel aus über andere Ergebnisse, denn auch, wenn wir nicht gewonnen hätten, könnten wir eine gute Weltmeisterschaft absolvieren. Das ist der beste Start, eine große Leistung des gemischten Teams. Wir sind in Form.“

Deutschland wurde mit einer Strafe, zehn Nachladern und 49,2 Sekunden Rückstand Vierter. Die Ukraine holte mit einer Strafe, sieben Nachladern und 56,1 Sekunden Rückstand Platz fünf. Platz sechs ging mit acht Nachladern und 59,4 Sekunden Rückstand an Russland.

Schlussläufer Johannes Thingnes Bö führt Norwegen zum Mixed-Staffel-Gold bei IBU-Weltmeisterschaft

Wunderschöner Nachmittag; Norwegen und Italien
Siebenundzwanzig Mixed-Staffel-Teams eröffneten diese Weltmeisterschaft an einem wunderschönen Nachmittag in der Südtirol Arena. Ein klarer blauer Himmel umrahmte die Berggipfel bei 1 Grad Celsius und sehr schwachem Wind am Schießstand. Die Österreicherin Lisa Theresa Hauser lief nach einer sauberen Leistung im ersten Liegendschießen als erste Frau.

Frankreich geriet sofort in Schwierigkeiten, als die sonst verlässliche Julia Simon im Liegen eine Strafe holte und 37 Sekunden zurückfiel. Lisa Vittozzi drehte die Dinge mit ihrer schnellen und sauberen Leistung im Liegendschießen, brachte Italien in Führung und lief zum ersten Abschlag. Doch Olsbu Røiseland lag trotz eines Nachladers schnell vor dem Heimteam. Die Norwegerin schlug Tiril Eckhoff ab, nur 4 Sekunden bevor ihre Rivalin Dorothea Wierer losschickte.

Eckhoff fliegt
Wierer schoss im Liegen schnell, brauchte einen Nachlader und lief in Führung weiter. Die Österreicherin Katharina Innerhofer lag direkt hinter ihr, während Eckhoff mit zwei Nachladern zehn Sekunden zurücklag. Das Blatt wendete sich beim Stehendschießen, als die Norwegerin sich die Führung mit fünf perfekten Schüssen zurückholte. Sie lag nun 6 Sekunden vor Wierer, die erneut eine Nachlader brauchte. Eckhoff flog auf den nächsten 2 km und hatte ihre Führung auf ein Dutzend Sekunden ausgebaut, als sie Tarjei abschlug. Marketa Davidova aus der Tschechischen Republik schlug Ondrej Moravec als Zweite ab, 4 Sekunden vor Lukas Hofer. Denise Herrmann hielt Deutschland mit einer starken Leistung auf den Ski im Rennen, jedoch mit 41 Sekunden Rückstand auf Rang sieben.

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Tarjei und Hofer
Tarjei räumte sorgsam alle fünf Ziele im Liegen ab, bevor Hofer oder Moravec auch nur einen Schuss abgegeben hatten. Beide taten es dem Norweger gleich und hielten ihre Positionen mit 10 Sekunden Rückstand. Arnd Pfeiffer schoss ebenfalls sauber und ließ Deutschland auf Rang fünf aufrücken. Der Norweger brauchte zwei Nachlader, während Hofer mit 5 Schüssen die Führung übernahm, Moravec und Tarjei dichtauf. Die Schweiz, Deutschland und die Ukraine lieferten sich mit 40 Sekunden Rückstand einen spannenden Kampf. Tarjei überholte Hofer sofort auf dem Weg zum ersten Abschlag, doch der Italiener blieb ihm auf den Fersen. Johannes und Dominik Windisch liefen fast zeitgleich los, während die Tschechische Republik nun 5 Sekunden zurücklag, die Schweiz und Ukraine lagen mit bis zu 33 Sekunden Rückstand auf den Rängen vier und fünf, 7 Sekunden vor Deutschland auf Rang sechs.

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Schuss für Schuss
Die Top Zwei räumten im Liegendschießen ein Ziel nach dem anderen ab, dabei war Johannes etwas schneller als Windisch, während Krcmar es ihnen gleichtat und mit 16 Sekunden Rückstand auf Rang drei blieb. Pidruchnyi räumte alle Ziele ab und zog auf Rang vier, 12 Sekunden vor Benedikt Doll. Tarjei und Windisch verfehlten beide zweimal, doch Johannes räumte sein letztes Ziel schneller ab und lief mit einer Führung von 9,3 Sekunden vor Windisch weiter, während Krcmar mit einem Nachlader und 22 Sekunden Rückstand die Bronzemedaille festigte.

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Zeit zu feiern
Auf dem Podest standen die Norweger mit Gold und das Heimteam mit Silber. Alle drei Teams hatten viel Zeit zum Feiern und winkten der Menge. Vor allem Krcmar triumphierte, schlug sich auf die Brust und boxte in die Luft, als er die Ziellinie überquerte.

Schwierige Position
Krcmar gestand, es sei ein harter Kampf gewesen, den dritten Platz zu halten: „Es war für mich eine schwierige Position, denn es war das erste Mal, dass ich beim Liegendschießen in der Staffel um einen Podestplatz kämpfte. Ich konzentrierte mich auf das Schießen, denn eine 2-km-Runde ist sehr kurz für die Männer. Ich war beim Stehendschießen absolut gestresst, konzentrierte mich aber auf meinen letzten Schuss und wusste in der letzten Runde, dass wir es schaffen können.“

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Druck vor Heimpublikum
Wierer kommentierte den Druck, vor Heimpublikum anzutreten, während sie die Weltmeisterschaft mit einer medaillenreifen Leistung eröffnete: „Hier war viel los die Tage, mit vielen Interviews und so weiter. Es ist nicht leicht, zu Hause Rennen zu laufen, denn da ist viel Druck dabei. Ich denke, es war wirklich schön, mit der Mixed-Staffel als Team zu eröffnen, und es war noch besser, dass wir die Medaille geholt haben.“

Photos: Christian Manzoni, Petr Slavik

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