Schlussläufer Quentin Fillon Maillet besiegelt französischen WM-Staffeltriumph

Schlussläufer Quentin Fillon Maillet besiegelt französischen WM-Staffeltriumph

Der französische Schlussläufer Quentin Fillon Maillet brauchte in seinem Stehendschießen zwei Nachlader, ging aber trotzdem als Führender auf die letzte Runde und holte Gold für Frankreich in der IBU WM-Staffel der Männer in 1:12:35,9. Fillon Maillet und seine Mannschaftskameraden Emilien Jacquelin, Martin Fourcade und Simon Desthieux brauchten für den ersten WM-Titel einer französischen Staffel seit 2001 nur vier Nachlader. Norwegen, der Favorit für diese Disziplin, holte Silber mit einer Strafrunde, zwölf Nachladern und 2,5 Sekunden Rückstand. Deutschland gewann Bronze mit einer Strafrunde, acht Nachladern und 36,2 Sekunden Rückstand.

Stress im Stehendanschlag
Der französische Schlussläufer stand im Stehendanschlag gehörig unter Stress: „Da sind so viele Emotionen im Spiel, so viele Emotionen vor dem Rennen. Es lag so viel Druck auf dem letzten Stehendschießen, weil es um den Sieg ging... die ersten vier Schuss waren okay, aber meine Beine haben gezittert... Ein Dank an mein Team für die hervorragende Vorlage, an die Wachser und die Trainer.“

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„Stolz auf mein Team, mein Land, stolz, dabei gewesen zu sein“
Fourcade äußerte sich wortreich zur Bedeutung des Sieges, mit dem er nun für jede IBU WM-Disziplin eine Goldmedaille hat. „Da geht es nicht um mich, es geht um dies gesamte französische Biathlon-Mannschaft und -Familie, die seit 19 Jahren auf diesen Titel wartet. Für mich ist das ein sehr emotionaler Moment. Ich kann mich an den Sieg der französischen Staffel in Pokljuka erinnern. Ich war 12... Das weckt auch Gedanken über meinen Weg seither. Es geht nicht um den letzten Titel, der mir gefehlt hat, es geht um die Generation davor: Jean Guillaume Beatrix, meinen Bruder, all die Athleten, die versucht haben, diesen Titel zu gewinnen. Mit unserem stärksten Team haben wir es geschafft. Wir haben diesen Titel nicht verdient, man verdient gar nichts in diesem Sport. Man muss es sich nehmen! Ich bin stolz auf mein Team, mein Land, und ich bin stolz, dabei gewesen zu sein.“

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Russland wurde mit neun Nachladern und 1:44,7 Rückstand Vierter. Slowenien schaffte es mit acht Nachladern und 1:45,8 Rückstand auf Platz fünf, Platz sechs ging an Österreich mit 2:28,5 Rückstand.

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Lesser Bester unter den Startläufern

Die Bedingungen waren heute wie schon bei den Frauen auch für die Männer perfekt: Sonnig mit nur leichtem Wind. Beim ersten Liegendschießen kamen Jacquelin, Lesser und Christiansen allesamt mit fünf Treffern durch und gingen innerhalb einer Sekunde wieder raus. Im Stehendanschlag brauchte der junge französische Star einen Nachlader, während Lesser seine Scheiben im Nu ummähte. Diesmal hatte der Deutsche schon zwei Sekunden Vorsprung. Christiansen musste in die Strafrunde und fiel auf Rang 12 mit 39 Sekunden Rückstand zurück. Die beiden duellierten sich bis zum Wechsel, wo Lesser mit einer Nasenlänge Vorsprung vor Martin Fourcade an Philipp Horn übergab. Italien und die Ukraine folgten mit 18 Sekunden Rückstand.

Schlussläufer Quentin Fillon Maillet besiegelt französischen WM-Staffeltriumph

Horn und Fourcade
Fourcade und der deutsche Rivale kamen beide besonnen und fehlerfrei durchs Liegendschießen und waren fertig, bevor die Konkurrenz zu schießen begonnen hatte. Italien hielt sich auf Rang drei, allerdings mit 18 Sekunden Rückstand. Die Führenden liefen die nächste Runde zusammen, während der Italiener weiter zurückfiel. Der Deutsche schoss auf Bahn 1 und verfehlte gleich beim ersten Schuss. Fourcade schoss langsamer, aber fehlerfrei. Wieder gingen sie zusammen aus dem Stadion. Thomas Bormolini traf auch alle Scheiben und blieb weiter auf drei. Johannes Dale brauchte drei Nachlader, sodass die norwegische Staffel auf Rang 11 zurückfiel. Wieder duellierten sich Fourcade und der deutsche Rivale gnadenlos auf der Runde und ließen einander keinen Meter, und doch schickte Horn Arnd Peiffer 6 Sekunden vor Simon Desthieux auf die Strecke. Dale zog auf der letzten Runde noch mal das Tempo an und übergab mit 1:04 Rückstand an Tarjei. Fünf weitere Teams, angeführt von den Österreichern, folgten innerhalb von vier Sekunden.

Nächstes Duell Deutschland/Frankreich

Peiffer und Desthieux wirkten wie ein Déjà-vu des Duells Fourcade/Horn. Der Deutsche traf alle fünf Scheiben im Liegendanschlag unter dem Jubel der überwiegend deutschen Zuschauer, was auch dem französischen Rivalen gelang, aber mit 3 Sekunden Rückstand. Tarjei konnte nach einem Nachlader keinen Boden gutmachen und blieb weiter 1:06 hinter der Spitze und hinter Bulgarien und Slowenien. Desthieux konnte schnell zu Peiffer aufschließen, sodass sie wieder zusammen zum Stehendschießen kamen. Beide brauchten sechs Schuss und duellierten sich weiter um den Spitzenrang. Tarjei schaffte es mit nur einem Nachlader, sich auf Rang drei zu verbessern, lag aber weiter über eine Minute zurück, knapp vor dem Slowenen Klemen Bauer.

Peiffer gab auf den letzten 2,5 km ordentlich Gas und ließ einen ermüdeten Desthieux einfach stehen. Benedikt Doll übernahm mit einem Vorsprung von 12 Sekunden vor Fillon Maillet von seinem Mannschaftskameraden.

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Sieg gesichert im Stehendschießen

Doll drückte aufs Tempo und baute den Vorsprung bis zum Liegendschießen auf fünf Sekunden aus. Er musste für die gewonnen Sekunden mit drei Nachladern teuer bezahlen, sodass Fillon Maillet mit fünf besonnenen Treffern in Führung gehen konnte. Johannes brauchte zwei weitere Nachlader, lag aber weiter 59 Sekunden hinter der Spitze. Die Entscheidung über die Goldmedaille fiel im Stehendschießen. Fillon Maillet setzte sich auf der Strecke von der Konkurrenz ab. Er brauchte sieben Schuss, um sich den Sieg zu sichern. Doll landete in der Strafrunde und hatte Johannes zu Beginn der Schlussrunde fünf Sekunden hinter sich.

Schlussläufer Quentin Fillon Maillet besiegelt französischen WM-Staffeltriumph
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Frankreich, Norwegen und Deutschland
Für Fillon Maillet war es eine gelassene letzte Runde, die er mit gereckter Siegerfaust im Ziel beenden konnte. Doll wurde von Johannes auf der zweiten Hälfte der letzten Runde in Grund und Boden gelaufen, womit der Norweger Silber sicher hatte.

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Sieben Staffelmedaillen für Peiffer

Peiffer, der in den letzten elf Jahren 7 IBU WM-Staffelmedaillen gewonnen hat, sagte, für ihn und die deutsche Mannschaft sei es eine wichtige Medaille. „Diese (neuste) Medaille ist die wichtigste. Für mich waren es nicht die besten Weltmeisterschaften. Wir haben diese Medaille gewonnen und hart dafür gekämpft, und deswegen sind wir sehr zufrieden, dass wir sie gewonnen haben. Wir haben in dieser Saison schon gute Staffeln geliefert, aber neben dem Podest gestanden. Für mich ist das eine besondere Medaille hier in Antholz.“*
Photos: IBU/ Petr Slavik, Christian Manzoni
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