Schnelle Schlussrunde sichert Tiril Eckhoff Sieg im Kurz-Einzel von Canmore

Schnelle Schlussrunde sichert Tiril Eckhoff Sieg im Kurz-Einzel von Canmore

Die Norwegerin Tiril Eckhoff zauberte heute Nachmittag im 12,5 km Kurz-Einzel der Frauen nach nur einem Schießfehler eine so furiose letzte Runde in den Schnee, dass es für den ersten Sieg ihrer Karriere in einem Einzelrennen reichte. Da zuvor Johannes Thingnes Boe das Kurz-Einzel der Männer gewonnen hatte, gelang Norwegen gleich der Doppelsieg in der neuen Weltcup-Disziplin. Mit einer Zeit von 36:32,9 lag Eckhoff 9,8 Sekunden vor der fehlerfreien Marketa Davidova aus Tschechien auf Platz zwei. Platz drei ging an Lisa Vittozzi aus Italien, auch ohne Fehler und mit 20,9 Sekunden Rückstand.

Besonderer Sieg
Eckhoff erklärte, es sei ein besonderer Sieg für sie: „Ich war ein bisschen überwältigt, weil ich nie gedacht hätte, dass ich ein Einzel gewinnen kann.“ Zu ihrer Vorbereitung sagte sie: „Ich war hier shoppen und habe viel gegessen, ganz viel nicht so ernste Sachen.“

Der Deutschen Franziska Hildebrand gelang eine Saisonbestplatzierung auf Platz vier, ebenfalls fehlerfrei und mit 47,8 Sekunden Rückstand. Den fünften Platz belegte Eckhoffs Mannschaftskameradin Ingrid Landmark Tandrevold mit einem Fehler und 1:05,8 Rückstand. Vanessa Hinz aus Deutschland wurde mit einem Fehler und 1:18,5 Rückstand Sechste.

Wolken und eine Fünfergruppe
Bis zum Rennstart der Damen waren Wolken heraufgezogen, und die Temperatur hielt sich bei -12° C. Mit den Wolken zog über die Berge allerdings auch ein stärkerer Wind in den Schießstand hinein. Trotz der schwierigen Windbedingungen bleiben die meisten Top-Frauen im ersten Liegendanschlag ohne Fehler, angeführt von Kuzmina, Fialkova, Wierer, Davidova und Eckhoff innerhalb von 10 Sekunden.

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Wierer vorn

Vittozzi war aus dieser Fünfergruppe die erste Kandidatin, die es fehlerfrei durchs erste Stehendschießen schaffte. Davidova legte nach und übernahm die Führung. Auch Wierer schaffte es in die Gruppe mit 10 Schuss und 10 Treffern, die alle innerhalb von 2 Sekunden lagen. Tandrevold und Hojnisz lagen mit einer weiteren fehlerfreien Einlage 10 Sekunden weiter zurück. Hildebrand mit Startnummer 44 war die erste der späteren Starterinnen, die mit 10 Schuss und 10 Treffern zum Angriff überging. Nach zwei Schießen lag sie auf Rang zwei.

Wendepunkt
Das zweite Liegendschießen war der Wendepunkt. Vittozzi und Davidova trafen erneut alles und belegten die Ränge 1 und 2, Tandrevold gelang das gleiche Kunststück für einen dritten Rang. Wierer hatte Schwierigkeiten beim Laden des Magazins und schoss sich dann mit zwei Fehlern praktisch aus dem Rennen. Eckhoff war nach einem Fehler im Stehen weiterhin auf der Strecke gut unterwegs, traf dann im dritten Schießen alles und schob sich auf Rang drei vor ihre junge Mannschaftskameradin.

10 Sekunden Rückstand
Der junge tschechische Star schoss im letzten Stehendschießen weiter besonnen, aber treffsicher, ebenso Vittozzi. Die beiden lagen zu Beginn der letzten 2,5-km-Runde nur 4,2 Sekunden auseinander, und auch Eckhoff trennten nur 10 Sekunden vom Sieg.

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Erster Saisonsieg
Davidova, die zugegebenermaßen langsam schießt, aber auf der Strecke extrem schnell ist, konnte auf der letzten Runde sieben entscheidende Sekunden auf Vittozzi aufholen und sich klar vor sie setzen. Währenddessen trat Eckhoff noch einmal ordentlich aufs Gas und lief satte 20 Sekunden schneller als Davidova. An der letzten Zwischenzeit ging sie in Führung und zog davon zu ihrem ersten Saisonsieg.  Zu ihrer letzten Runde und ihrer Leistung sagte sie: „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Rennen. Ich habe gemacht, was ich machen sollte. Heute war ich mehr eine Biathletin als eine Langläuferin, die versucht, zu schießen ... Ich hatte auf der letzten Runde noch Kraft.“

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Warmes Zimmer und heißes Bad

Davidova war an diesem kalten Tag in Gedanken schon wieder im Hotel. „Das Rennen war wegen der Kälte ganz schön hart. Ich freue mich auf ein warmes Zimmer und ein heißes Bad.“ Weiter sagte sie: „Ich habe zum ersten Mal viermal die Null geschafft, ich bin also sehr zufrieden.“

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Nachträgliches Geburtstagsgeschenk
Vittozzi, die am 4. Februar 24 geworden war, erklärte ihren Podestplatz zum „perfekten Geschenk für mich ... Dieses Format (Einzel) ist immer gut für mich. Ich bin glücklich und zufrieden.“

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