Weißrussischer Verfolgungsstreich: Gold bei IBU OECH für Sergey Bocharnikov und Elena Kruchinkina

Weißrussischer Verfolgungsstreich: Gold bei IBU OECH für Sergey Bocharnikov und Elena Kruchinkina

Heimteam Weißrussland beendete die IBU OECH mit einem Streich beim heutigen Verfolgungswettkampf. Somit führen die Weißrussen nun mit drei Gold- und einer Bronzemedaille. Sergey Bocharnikov schoss im ersten Liegendschießen sauber, kontrollierte die Verfolgung der Herren über 12,5 km, stürmte mit nur zwei Strafen in 35:03,9 über die Ziellinie in Raubichi und holte seine zweite Goldmedaille bei den IBU Open European Championships.

Nur zwei Stunden nach seinem Sieg übernahm seine Teamkollegin Elena Kruchinkina nach dem letzten Stehendschießen die Führung und holte bei der Verfolgung der Damen über 10 km mit ihren ersten 20 Volltreffern überhaupt in 29:21,1 den Sieg.

Zweimal Gold
Bocharnikov fehlten nach seinem Sieg die Worte: „Es ist ein Heimwettkampf und ich habe zweimal Gold geholt… Die Ziellinie mit der Nationalflagge; das war so toll… Als ich die Flagge nahm, wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ich sehe das viele Athleten machen und es war ein großartiges Gefühl. Ich weiß nicht, was ich sonst noch sagen soll.“

Weißrussischer Verfolgungsstreich: Gold bei IBU OECH für Sergey Bocharnikov und Elena Kruchinkina

Gefühle und Schießen
Kruchinkina war an der Ziellinie genau so emotional wie ihr Teamkollege: „Ich war sehr glücklich, mit der Flagge die Ziellinie zu erreichen, es war ein besonderer Moment.“ Zu ihrer perfekten Schießleistung sagte sie: „Ich habe mit meinem Schießtrainer sehr hart trainiert. Das ist erst meine zweite saubere Schießleistung in den letzten 10 Jahren, ich freue mich also sehr.“

Norwegen holt Plätze zwei, drei und vier bei Verfolgung der Herren
Der Norweger Sturla Holm Laegreid holte mit zwei Strafen und 6,7 Sekunden Rückstand Silber. Sein Teamkollege Sivert Guttorm Bakken holte mit ebenfalls zwei Strafen Bronze und lag 23,9 Sekunden zurück.

Aleksander Fjeld Andersen aus Norwegen wurde mit vier Strafen Vierter, während Adam Vaclavik aus der Tschechischen Republik mit einer Strafe Fünfter wurde; beide lagen 37 Sekunden zurück. Said Karimulla Khalili aus Russland wurde mit drei Strafen und 52,1 Sekunden Rückstand Sechster.

Wolken und lästiger Wind

Am letzten Wettkampftag der IBU Open European Championships war es wolkig und warm. Auch am Schießstand blies lästiger Wind, mit dem die meisten Wettkämpfer mal zu kämpfen hatten, nicht so jedoch der Goldmedaillensieger, der bis zu den letzten eiligen Schüssen im Stehen sauber schoss. Eliseev und Rastorgujevs führten in der ersten Runde und Bocharnikov zog auf Platz drei vor. Beide Anführer hatten Strafen, der Lette eine und der Russe zwei. Bocharnikov räumte bedachtsam alle Ziele ab und übernahm die Führung. Er erreichte den zweiten Liegendschießstand mit 13 Sekunden Vorsprung vor Rastorgujevs, schoss erneut sauber und lief mit 27 Sekunden Vorsprung vor Khalili und Andersen weiter, die beide perfekt waren.

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Bocharnikovs schnelles Stehendschießen
Bis zum ersten Stehendschießen führte der Weißrusse mit 33 Sekunden. Diesmal schoss er schnell und war weitergelaufen, bevor irgendeiner seiner Rivalen auch nur einen Schuss abgegeben hatte. Andersen verfehlte zweimal und schied aus dem Wettkampf aus. Doch sein Teamkollege Laegreid räumte die fünf Ziele sauber ab, während der junge Russe eine Strafe holte. Sie liefen als Zweiter und Dritter weiter, lagen aber 58 bzw. 1:01 hinter dem Goldmedaillisten. Der Anführer hielt die Lücke zum Feld bis zum Stadion aufrecht. Er schoss schnell, verfehlte jedoch zweimal, lief aber mit 29 Sekunden Führung vor seinem norwegischen Rivalen weiter, der eine Strafe holte. Bakken bekam ebenfalls eine Strafe, war aber auf Rang drei.

Weißrussischer Verfolgungsstreich: Gold bei IBU OECH für Sergey Bocharnikov und Elena Kruchinkina
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Lächelnd und mit der Flagge in der Hand
Bocharnikov schien auf den letzten 2,5 km zu kämpfen und der Norweger kam immer näher, aber an seiner Führung und der Goldmedaille änderte sich nichts mehr. Er überquerte die Ziellinie mit einem Lächeln und der weißrussischen Flagge vor der jubelnden Menge.

Verfolgung der Damen geht an Kruchinkina
Hinter der Siegerin Kruchinkina holte die Russin Kristina Reztsova mit zwei Strafen und 17,6 Sekunden Rückstand Silber. Elisabeth Högberg, die beim Sprint Gold geholt hatte, holte mit drei Strafen und 35,1 Sekunden Rückstand Bronze.

Caroline Colombo aus Frankreich wurde mit einer Strafe und 55 Sekunden Rückstand Vierte. Anastasiya Merkushyna aus der Ukraine wurde Fünfte; sie holte zwei Strafen und lag 55,8 Sekunden zurück. Iryna Kryuko aus Weißrussland wurde mit drei Strafen und 1:12,4 Rückstand Sechste.

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Leichter Regen: Högberg führt
Als die Damen zwei Stunden nach den Herren starteten, fiel leichter Regen. Högberg lief mit einer bequemen Führung zum ersten Liegendschießen, räumte alle Ziele ab und war weg, bevor eine ihrer Rivalinnen hatte schießen können. Kryuko und Ida Lien taten es ihr nach und liefen als Zweite und Dritte weiter, lagen aber 23 bzw. 27 Sekunden zurück. Die Sprintsiegerin traf beim zweiten Liegendschießen die ersten vier Ziele, verfehlte das letzte jedoch und öffnete ihren Verfolgerinnen die Tür. Doch auch Kryuko verfehlte einmal, während Valja Semerenko sauber schoss und an Kryuko vorbei auf Rang zwei zog.

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Kruchinkina mit 20 Volltreffern
Die Anführerin schoss beim ersten Stehendschießen sauber und lief mit 23 Sekunden Vorsprung zu Reztsova weiter, die nun auf Rang zwei lag. Kryuko ging in die Strafrunde und Kruchinkina zog mit fünf perfekten Schüssen und 38 Sekunden Rückstand auf Rang drei. Die schwedische Anführerin, die beim letzten Stehendschießen ihren ersten und letzten Schuss verfehlte, gestand später: „Den ganzen Tag über fühlte sich das Schießen gut an. Ich wusste, dass ich einmal verfehlen konnte, aber ich war glaube ich etwas zu nervös und verfehlte dann den letzten Schuss.“ Auch die Russin hatte einen Fehlschuss, aber Kruchinkina antwortete mit fünf perfekten Schüssen und machte somit ihre 20 Volltreffer perfekt. Sie führte mit 6,7 Sekunden vor der Russin und 16 Sekunden vor Högberg.

Weißrussischer Streich
Die Drei liefen mit deutlichem Vorsprung in die letzten 2 km und hatten die Podestplätze sicher. Kruchinkina zog davon und schwang beim Einlaufen ins Stadion die Flagge, als sie den Streich der Weißrussen bei der Verfolgung perfekt machte.

Photos: Christian Manzoni

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