Sergey Bocharnikov und Evgeniya Pavlova siegen im Supersprint der IBU OECH

Sergey Bocharnikov und Evgeniya Pavlova siegen im Supersprint der IBU OECH

Mit einer Zeit 14:12,8 und einem fulminanten Sieg im Supersprint der Herren versetzte der Weißrusse Sergey Bocharnikov, der mit nur drei Nachladern eine fehlerfreie Schießleistung ablieferte, bei den Offenen Europameisterschaften das heimische Publikum in Entzücken. Nur dreißig Minuten später erkämpfte sich bei den Damen die Russin Evgeniya Pavlova mit einer Zeit von 16:31,8 und einer Schießleistung von 20/20 die Goldmedaille im Supersprint.

Supersprint der Herren

Die Silbermedaille ging bei den Herren an Adam Vaclavik aus Tschechien, der mit drei Nachladern und 0,4 Sekunden Rückstand zum allerersten Mal Podestplatz und Medaille in den Händen hielt. Der Ukrainer Dmytro Pidruchnyi, der 2019 in der Verfolgung IBU-Weltmeister war, holte mit zwei Nachladern und einem Rückstand von 0,5 Sekunden Bronze.

Bei Johannes, Fourcade und Jacquelin abgeschaut
Nur wenige Meter trennten die ersten drei Herren voneinander, als sie den letzten Hügel hinunter und auf die Ziellinie zu sprinteten. Bocharnikov sagte über das Finish: „Das Finish ist nicht gerade meine Stärke. Ich habe versucht, mich links zu halten, sodass Adam nicht an mir vorbeikommt. Den Schachzug habe ich mir bei Johannes, Fourcade und Emilien Jacquelin in Antholz abgeschaut. Es ist eine gute Taktik, wenn man als Erster ins Ziel gelangen will.“

Der Eröffnungs-Supersprint der IBU OECH war mit den 120 Herren und 101 Damen, die alle um die ersten Medaillen der Woche ins Rennen gingen, gut aufgestellt. Weich und tief war die 1 km lange Kunstschnee-Schicht auf der Strecke, denn nach einer regnerischen Nacht waren die Temperaturen dank Mittagssonne beim Start des Rennens auf +7 °C gestiegen.

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Heimmannschaft dominiert: Anton Smolski siegt in der Qualifikation

Eine mäßige Brise, die von links nach rechts über den Schießstand fegte, sorgte in der Qualifikation für zahlreiche Fehlschüsse und Strafrunden über 75 Meter. Nachdem sich der Staub gelegt hatte, nisteten sich drei Herren, die Raubichi gut kannten, auf den ersten drei Plätze ein. Der Weißrusse Anton Smolski und sein Teamkollege Viktar Kryuko belegten die Plätze eins und drei, während der Russe Eduard Latypov, der vor Ort im vergangenen Sommer bei den IBU SBWM im Supersprint Bronze geholt hatte, zwischen den beiden Weißrussen ins Ziel gelangte.

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Nie ganz vorne
Bocharnikov verdankt seinen Titel dem letzten Stehendschießen, nachdem er zwar gute Platzierungen innehatte (11., 7. und 5. Platz), aber nie vorne lag, bis er für die fünf Scheiben beim letzten Stehendschießen lediglich fünf schnelle Schüsse brauchte. Die Russen Eduard Latypov und Pidruchnyi lagen mit fehlerfreien Leistungen beim ersten Liegendschießen und in den ersten Einlagen beim Stehendschießen zeitweise beide in Führung. Nach dem zweiten Liegendschießen hatte Pidruchnyi die Nase vorn. Beim letzten Stehendschießen hatte dann zwar Latypov 20 Meter Vorsprung auf der Strecke, kassierte aber zwei Strafrunden und hatte dadurch keine Chance mehr auf einen Podestplatz. Unterdessen lag der Weißrusse auf Platz fünf und landete alle 5 Treffer, während Vaclavik und Pidruchnyi ihm dicht auf den Fersen waren, nachdem sie jeweils eine Strafrunde drehen mussten.

Der Franzose Emilien Claude wurde Vierter und hatte einen Rückstand von 10 Sekunden und der Norweger Sturla Holm Laegreid wurde mit 13,7 Sekunden Rückstand Fünfter, während der Russe Kirill Streltsov mit 25,6 Sekunden Rückstand Sechster wurde.

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Supersprint der Damen

Die Ukrainerin Olena Pidhrushna gewann mit einem Nachlader und 2,8 Sekunden Rückstand die Silbermedaille. Bronze ging, ebenfalls mit einem Nachlader und 5,5 Sekunden Rückstand, an die Französin Chloe Chevalier.

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Vierter wurde die Ukrainerin Valja Semerenko mit 8,4 Sekunden Rückstand, die Schwedin Emma Nilsson kam mit 14,3 Sekunden Rückstand auf Platz fünf. Die Ukrainerin Anastasiya Merkushyna gelangte mit 15,2 Sekunden Rückstand als Sechste ins Ziel.

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Staffelolympiasiegerinnen Kopf an Kopf
Wie bei der Qualifikation der Herren gab es auch bei den Damen eine Lokalmatadorin –in diesem Fall war es Dzinara Alimbekava, die mit einem Nachlader im Qualifikationslauf mit 9:42 brillierte. Damit übertraf die Staffelolympiasiegerin aus dem Jahr 2018 die Ukrainerin Valja Semerenko, Staffelolympiasiegerin von 2014, die ebenfalls einen Nachlader brauchte und einen Rückstand von 2,3 Sekunden hatte. Den dritten Platz belegte die Schwedin Elisabeth Högberg, die beim letzten IBU-Cup in Martell (Italien) sowohl im Sprint als auch in der Verfolgung gesiegt hatte. Högberg brauchte zwar nur 10 Treffer, lag aber 12 Sekunden hinten. Die ukrainische Mannschaft war mit fünf qualifizierten Athleten überlegen vertreten und drei von ihnen schafften es im Finale unter die ersten sechs.

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Pavlova bis zum letzten Stehendschießen Zweite
Im Finale führte nach dem letzten Stehendschießen Top-Qualifikantin Alimbekava das Rennen an, nachdem zuvor Semerenko in Führung war. Pavlova lieferte während des gesamten Rennens eine konstante Leistung ab, wobei sie es alle Scheiben traf und den Schießstand jedes Mal als Zweite verließ. Beim letzten Stehendschießen brauchte die Weißrussin dann alle drei Nachlader und drehte eine Strafrunde, wodurch Pavlova plötzlich einen Fuß in der Tür hatte. Ihre Rivalinnen lagen um etliche Sekunden zurück und konnten ihr die Führung nicht streitig machen, sodass sie beim Überqueren der Ziellinie der Menge zuwinkte.

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Chevalier hatte „jede Menge Spaß“
Die Bronzemedaillengewinnerin Chevalier, die bereits im Weltcup dabei war, erlangte ihr bestes Saisonergebnis - und das in einem Rennen, das nicht unbedingt zu ihren Lieblingswettbewerben zählt. „Ich freue mich riesig, denn das hier ist nicht unbedingt mein Lieblingsrennen. Das Rennen ist mir ein bisschen zu kurz, aber ich hatte heute jede Menge Spaß und bin überglücklich... heute war das Skifahren entscheidend, denn die Strecke ist sehr hart und der Schnee ist suboptimal, aber manchmal fühle ich mich gerade unter schwierigen Bedingungen wohl. Das war heute der Fall, deshalb freue ich mich."

Fotos: Christian Manzoni

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