Ein Schritt zum Erfolg: IBU Sommerbiathlon-Weltmeisterschaft

 Ein Schritt zum Erfolg: IBU Sommerbiathlon-Weltmeisterschaft

Wie in jedem Sommer kommen auch in diesem Jahr hunderte Biathleten bei der IBU Sommerbiathlon-WM zusammen, die nächsten Dienstag im weißrussischen Raubichi in Minsk eröffnet wird. Für die meistens ist das eine gute Gelegenheit, um ihre derzeitige Form mit jener ihrer Winterkonkurrenten abzugleichen. Für andere ist es eine Chance zu zeigen: „Achtet in Zukunft auf mich“ oder „Ich bin bereit, Großes zu leisten!“

 Ein Schritt zum Erfolg: IBU Sommerbiathlon-Weltmeisterschaft

Kaisas Sommerdebüt​

Werfen wir einen Blick zurück auf die SBWM 2007 in Otepää: Damals gewann eine 24-jährige Finnin im Sprint der Damen ihre erste IBU-Medaille. Nur wenige Monate später gelang Kaisa Mäkäräinen ihr erster Treppchenplatz im Weltcup mit Rang zwei im Sprint der Damen, nur 9 Sekunden hinter Sandrine Bailly und vor der zweifachen IBU WM-Goldmedaillengewinnerin Magdalena Neuner. Mäkäräinen wurde in dieser Saison 13. in der Gesamtwertung. Seither konnte sie sich dreimal zur Gesamtsiegerin krönen lassen.

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Juniorenmedaillen für Rastorgujevs

Ein Jahr zuvor gewann ein bekanntes Gesicht aus dem IBU Weltcupzirkus, Andrejs Rastorgujevs, die Juniorenverfolgung bei seiner ersten SBWM. 2010 holte er auf Rollerskiern zwei Bronzemedaillen und wurde im Winter zu einem der schnellsten Läufer im ganzen Herrenfeld. Dazu sicherte er sich eine hübsche Kollektion an IBU OEM-Medaillen und einige Podiumsplätze im Weltcup.

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Valja Semerenko: Von der Sommer- zur Winter-WM
Im selben Jahr nahm Valja Semerenko an ihrer zweiten Sommerbiathlon-WM teil. 2004 hatte sie bereits Silber in der Juniorenverfolgung gewonnen. 2006 in Ufa holte die zukünftige Massenstartweltmeisterin zwei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille. Von diesem Moment an waren sie und ihre Zwillingsschwester Vita aus dem Weltcup nicht mehr wegzudenken. Beide sind nun stolze Besitzerinnen einer olympischen Goldmedaille in der Staffel.

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Fourcade führt zukünftige Weltcupstars an
Nur einmal wurde die Sommerbiathlon-WM in Frankreich ausgetragen: 2008 in Haute Maurienne. Der Juniorensprint der Herren versammelte einige der größten zukünftigen Weltcupstars und der Sieger war… große Überraschung… Martin Fourcade. (Sein großer Bruder Simon gewann den Sprint der Herren.) Neben dem zukünftigen siebenfachen Weltcupgesamtsieger standen Benjamin Weger und der heutige olympischen Silbermedaillengewinner und nun belgische Trainer Jean Guillaume Beatrix auf dem Treppchen. Weiter hinten auf der Ergebnisliste fanden sich die zukünftigen Olympiamedaillengewinner und Weltcupsieger Jakov Fak, Dominik Windisch und Lukas Hofer. Fünfte im Juniorensprint der Damen und Vierte in der Verfolgung wurde damals die 18-jährige Dorothea Wierer. 2013 holte sie Gold im Rollerski-Sprint der Damen.

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Paulina Fialkova: Sprintsieg bei den Junioren und Senioren​

Im letzten Jahr markierte die Sommerbiathlon-WM in Nove Mesto Na Morave den Durchbruch für zwei Damen: eine Biathlonveteranin und eine vielversprechende junge Athletin. Paulina Fialkova gewann 2013 den SBWM-Juniorensprint und die Juniorenverfolgung. In der Saison darauf darauf war sie fester Bestandteil der slowakischen Weltcupmannschaft. Trotz einiger beachtlicher Resultate und einer Silbermedaille im IBU OEM Massenstart in Tyumen schaffte Fialkova kein einziges Weltcuppodium – bis sie nach Tyumen zurückkehrte. 2018 wurde sie zweite im Abschlussrennen der Saison, dem Massenstart. Fünf Monate später startete sie voll durch: Mit nur einer Strafrunde sicherte sie sich Sprintgold bei der IBU SBWM. Später holte sie sich mit vier Fehlern in der Verfolgung die Silbermedaille.

Medaillen geben Selbstvertrauen: Der Winter ihres Lebens
Über ihre Medaillen sagte sie: „Die Sommerbiathlon-WM sind ein fester Bestandteil meiner Sommervorbereitungen. Natürlich freue ich mich über meine Medaillen, denn sie zeigen, dass mein Training in die richtige Richtung geht. Ich habe viel mehr Selbstvertrauen.“ 

Als schließlich der Schnee anfing zu fallen, war Fialkova nach all ihren Erfolgen im Sommer bereit, für den Winter ihres Lebens. Sie kam zehnmal unter die Top 10, schaffte sieben Treppchenplätze und landete nach Rang 31 in der Gesamtwertung des vergangenen Jahres dieses Mal auf Platz sechs.

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*Davidovas Juniorenmedaillen und Weltcupsieg​ *

 Während Fialkova bei den Senioren Zeichen setzte, vergrößerte Marketa Davidova auf ihrer Heimstrecke ihre Sammlung an Juniorenmedaillen. Ihre erste Saison im IBU Weltcup, die mit den Olympischen Winterspielen zusammenfiel, war vollkommen auf die IBU JJWM ausgerichtet, wo sie Gold und Silber gewann. Nach dem ersten Sommertraining mit dem neuen Trainer Egil Gjelland holte Davidova bei den Augustrennen in Nove Mesto Silber im Sprint und Bronze in der Verfolgung. Doch sie spielte ihre Erfolge herunter und meinte, das alles sei nur ein Zeichen für „gutes Training. Der Winter ist immer etwas anderes. Ich denke, diese Ergebnisse sind nicht so wichtig. Es zählt eher, dass man schon vor dem Winter langsam in seinen Rennmodus findet.“​

Doch die 22-Jährige machte im Winter so weiter, wie sie im Sommer aufgehört hatte. Bei der Saisoneröffnung in Pokljuka schaffte sie ihr erstes Weltcuppodium im Einzel über 15 km. Darauf folgten ihr erstes fehlerfreies Rennen und ihr erster Weltcupsieg beim Sprint in Antholz. Zwei weitere tadellose Rennen brachten ihr zwei weitere Treppchenplätze ein. Die tschechische Juniorin eroberte Platz 21 in der Gesamtwertung – 70 Plätze besser als in der vergangenen Saison.

 Ein Schritt zum Erfolg: IBU Sommerbiathlon-Weltmeisterschaft

Diese Erfolgsgeschichten sind nur einige von vielen in der gesamten Geschichte der IBU Sommerbiathlon-WM. Die Sommerrennen bieten den Athleten die Gelegenheit, auf halbem Weg Richtung Winter ihre Form zu testen und ein Gefühl für die kommenden Weltcuprennen zu bekommen. In einer Woche reisen mehr als 250 Biathleten nach Mins Raubichi auf der Jagd nach Medaillen und dem großen Durchbruch, der ihnen Podiumsplätze und Edelmetall in der kommenden Wintersaison bescheren wird.

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