5 Dinge, die wir mit Saisonbeginn gelernt haben

5 Dinge, die wir mit Saisonbeginn gelernt haben

Das erste Wochenende der neuen Biathlonsaison war ein erster Vorgeschmack darauf, was uns in den nächsten Wochen und Monaten erwartet, sowohl für Einzel- und Teamwettbewerbe als auch in den Gesamtwertungen. Eine Sache ist jedenfalls klar: Dorothea Wierers voller Sommer-Zeitplan und ihre vielen neuen Werbepartner haben weder ihrem Siegeswillen noch ihrer Vorbereitung Abbruch getan. Hier sind fünf Erkenntnisse aus den ersten Rennen.

5 Dinge, die wir mit Saisonbeginn gelernt haben
  • Die norwegischen Männer sind immer noch die besten

Die norwegischen Männer haben auch in dieser Saison alles im Griff und sind ohne Zweifel die beste Männermannschaft im Klassement. JT Boe zeigte eindrucksvoll, dass er immer noch schwer zu schlagen ist, egal ob auf der Strecke oder am Schießstand. So sehr er auch seine Konkurrenten lobt: Bis ihn jemand deutlich schlägt, ist und bleibt er die unangefochtene Nummer eins. Tarjei Boe ist wieder so explosiv wie vor einigen Jahren und gibt zu: „Ich bin meinem Bruder bei den Laufzeiten nähergekommen.“ Von ihm dürfen wir die ganze Saison lang Podestplätze erwarten. Erlend Bjoentegaard war im Sprint ruhig, besonnen und gefasst und scheint bereit für die beste Saison seiner Karriere. Johannes Dales fulminante Bestleistung mit einem 7. Platz beweist, dass er nach einem Sommer mit dem A-Kader einer brillanten Zukunft wieder einen Schritt nähergekommen ist. Vetle Sjaastad Christiansen war im Sprint nicht ganz auf der Höhe und braucht wohl noch etwas Zeit, um sich von der Knie-OP im Sommer ganz zu erholen.

5 Dinge, die wir mit Saisonbeginn gelernt haben
  • Die Schweden bleiben dem Motto „einfach hart arbeiten“ weiter treu

Die schwedische Heimmannschaft bewies einmal mehr, dass sie in einem Teamwettkampf egal in welcher Konstellation zaubern kann und dass Johannes Lukas erfolgreich den Posten und das berühmte Motto von Wolfgang Pichler übernommen hat: „Einfach hart arbeiten“. Sie haben einen besonderen Mannschaftsgeist, der entstand, als man sie zur Zukunft des schwedischen Biathlons erklärte, und der in langen gemeinsamen Trainingsjahren noch gestärkt wurde. Anders als manche anderen Mannschaften schwächelt diese Truppe zuhause nicht, sondern sichert sich vor den Augen aller gleich den ersten und dritten Platz in den beiden gemischten Staffeln. Hanna Oeberg und Sebastian Samuelsson sind die offensichtlichen Stars, und Samuelsson zeigte eine herausragende Leistung in der Single-Mixed-Staffel. Auch wenn Oeberg am Schießstand mit einigen Fehlern nicht in Bestform war, ist sie trotzdem entschlossen, talentiert und ein Siegertyp. Die junge Elvira Oeberg lieferte bei ihrem ersten Rennen im BMW IBU Weltcup mit einem 12. Platz im Sprint 0,4 Sekunden hinter ihrer Schwester ebenfalls eine großartige Visitenkarte ab. Während man auf diese kleine Schwester sicher ein Auge haben sollte, übersahen die Schweden auch nicht den 5. Platz von Linn Persson im Sprint.

5 Dinge, die wir mit Saisonbeginn gelernt haben
  • *Dorothea Wierer macht da weiter, wo sie aufgehört hat *

Dorothea Wierer hat im Vorlauf zu dieser Saison ein wenig im Schatten von Lisa Vittozzi gestanden. Von Vittozzi erwartete man Großes, nachdem sie in den Sommerwettkämpfen so gut in Form schien. Auf den Skiern zeigt sich Wierer jedoch dominant und sicher. Diese Sicherheit zeigt sich auch in ihrem schnellen Rhythmus bei beiden Schießeinlagen. Auf der Strecke ist sie trotz ihrer eigenen Kommentare so stark wie eh und je und 22 Sekunden schneller als die bekannte Rakete Denise Herrmann aus Deutschland. Vor allem aber hat die Italienerin erneut bewiesen, dass sie unter Druck leisten kann, was vor einigen Jahren noch nicht der Fall war.

5 Dinge, die wir mit Saisonbeginn gelernt haben
  • Martin Fourcade ist wieder schnell

Der siebenfache Gesamtsieger des BMW IBU Weltcups Martin Fourcade ist nach einer Reihe von großen Enttäuschungen bei den IBU Weltmeisterschaften der letzten Saison nach Östersund zurückgekehrt. Der große Franzose muss außer sich selbst niemandem irgendetwas beweisen, und seine Laufzeit nach dem ersten Sprint und damit auch erstem Einzelrennen lässt erkennen, dass er beinahe in Topform ist. Fourcade verfehlte zweimal im Stehendanschlag, schaffte es aber immer noch auf Platz 5. Vor allem aber war JT Boe auf den Skiern nur 1,5 Sekunden schneller. Der Kampf mit den Boe-Brüdern kann beginnen, wie es scheint.

5 Dinge, die wir mit Saisonbeginn gelernt haben
  • Starker Wind, aber keine Überraschungen in Sjusjoen

Die starken Winde an den ersten zwei Wettkampftagen im norwegischen Sjusjoen waren für die Athleten eine Herausforderung. Trotz der schwierigen Bedingungen gelang es mit gutem Lauftempo Lucas Fratzscher aus Deutschland und Karoline Erdal, die Siege im ersten Sprint zu erringen. Den Erfolg konnten sie in den zweiten Sprints nicht wiederholen, in dem sich der Norweger Fredrik Gjesbakk und die Russin Irina Starykh mit fehlerfreiem Schießen auf Podest schoben. Am letzten Tag waren die Bedingungen für alle ruhig, und Philipp Nawrath aus Deutschland sowie Elisabeth Hoegberg aus Schweden zeigten sich als die stärksten Athleten in den ersten Verfolgern der Saison. Vor allem stach aber der junge Russe Said Karimulla Khalili hervor, der im Sprint zweimal Zwölfter wurde und dann mit Platz 5 in der Verfolgung immerhin einen Blumenstrauß bekam. Er scheint auf einem sicheren Weg in die umkämpfte russische Weltcupmannschaft. Von ihm dürfen wir noch einiges erwarten.

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