Weltfahrradtag: Training auf Straßen und Trails

Weltfahrradtag: Training auf Straßen und Trails

Ganz passend liegt der heutige UN-Weltfahrradtag in der ersten Juniwoche: Radfahren macht einen großen Teil des Sommertrainings aus. Ob auf Straßen oder Trails, Lukas Hofers Instagram-Post aus dieser Woche fasst diese Biathlon-Jahreszeit gut zusammen: „Bike season is on!“

Weltfahrradtag: Training auf Straßen und Trails
Weltfahrradtag: Training auf Straßen und Trails

Die ewige Frage: Straße oder Trail?

Viele Biathleten leben und trainieren in den besten Gegenden für Rennradfahrer und Mountainbiker, was im Sommer immer wieder dieselbe Frage aufwirft: Macht man die lange Tour auf glatten Asphaltstrecken, die sich mit sanften Anstiegen und rasanten Abfahrten zwischen Höfen und Feldern hindurchwindet? Oder wird es doch eine gemächlichere Tour durch stille Wälder, entlang kleiner Bäche, über felsiges Terrain zu spektakulären Panoramen? Klemen Bauer findet die Entscheidung schwierig. „Es ist ein großer Vorteil, so viel Stunden auf dem Fahrrad in meine Trainingseinheiten einbauen zu können. Ich kann mich zwischen Rennrad und Mountainbike nicht entscheiden, ich mag sie beide auf ihre Art.“

Weltfahrradtag: Training auf Straßen und Trails
Weltfahrradtag: Training auf Straßen und Trails

Marketa: „Single Trails und Adrenalin“
Für die tschechische Biathletin des Jahres Marketa Davidova ist die Entscheidung ganz einfach: „Ich liebe die schmalen Wege im Wald. Mir gefallen alle Single Trails in den Bergen. Am liebsten fahre ich Downhill, ich liebe einfach die Geschwindigkeit und das Adrenalin.“ Emilien Jacquelin sieht das genauso: „Ich bin noch jung, also fahre ich am liebsten Mountainbike, vor allem im Vercors, weil die Landschaft so schön ist.“

Weltfahrradtag: Training auf Straßen und Trails

Trails und Straßen

Auch Verfolgungsweltmeister Dmytro Pidruchnyi gibt den Trails den Vorzug, verbringt aber mehr Zeit auf den Straßen. „Ich würde lieber irgendwo im Wald Mountainbike fahren, durch den Schlamm pflügen und den Adrenalinschub genießen. Trotzdem verbringe ich meist mehr Zeit auf dem Rennrad.“ Der Belgier Florent Claude hat einen Kompromiss gefunden: „Rennrad bis Juli, dann ab auf die Trails.“

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Weißrussische Mannschaft auf dem Rennrad

Die weißrussische Mannschaft verzichtet laut Staffel-Olympiasiegerin Dzinara Alimbekava ganz auf das Mountainbike. „Wir trainieren nur auf Asphalt. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann ich zuletzt auf dem Mountainbike trainiert habe. Zuhause trainieren wir meist auf der Bundesstraße von Minsk nach Vilnius.“

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Alimbekava “Mit dem Rennrad über den Stelvio-Pass”
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Egal ob Rennrad oder Mountainbike: Jeder hat seine Lieblingsstrecke oder -tour, und das sind meist keine heimischen Routen, die man gut kennt, sondern Strecken an einem „exotischeren“ Ort, an dem Trainingslager stattfinden. Alimbekava gesteht ein, dass sie die meist flachen Strecken in Weißrussland gar nicht so sehr mag, sondern vor allem eine Strecke im italienischen Bormio. „Ich mag die Berge und Strecken entlang herrlicher Seen mit vielen Serpentinen. Das ist herrlich zum Fahren und die Zeit vergeht wie im Flug. Am meisten hat mich die Fahrt über den Stelvio-Pass (mit 48 Haarnadelkurven) beeindruckt, auch wenn die Strecke schwierig und gefährlich ist.“

Weltfahrradtag: Training auf Straßen und Trails

Desthieux und Jacquelin: Tour-de-France-Fans
Simon Desthieux, Olympiasieger mit der gemischten Staffel, fährt am liebsten Rennrad und ist ein großer Fan der verschiedenen Etappen und Anstiege bei der Tour de France. Er hielt am Col du Colombier kurz für ein Foto an. „Auf der Tour de France kann man die schönsten Seiten Frankreichs entdecken.“

Sein Mannschaftskamerad Jacquelin, ebenfalls ein großer Tour-de-France-Fan, erklärte: „Am liebsten fahre ich mit dem Rennrad nach L‘Alpe d‘Huez hoch, das ist vielleicht der berühmteste Anstieg der Welt.“

Weltfahrradtag: Training auf Straßen und Trails

Rennradfahren in Le Lavandou

Claude hat eine eigene Lieblingsstrecke in Frankreich, „in Le Lavandou (in der südlichen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur). Das ist der perfekte Ort, um die neue Saison auf dem Rennrad einzuläuten: Man ist am Meer, ganz in der Nähe gibt es kleine Berge, die Landschaft ist wunderschön und es scheint immer die Sonne.“

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Von Zuhause nach Istrien

Bauer zieht Rennradtouren von A nach B oder lange Rundkurse vor, aber sie müssen anspruchsvoll sein, wie Alimbekavas Stelvio-Strecke. „Ich fahre gern von Zuhause ins kroatische Istrien, da kann ich einige meiner heimischen Berge auf dem Weg zum Meer mitnehmen.“

Von Obertilliach zum Großglockner
Die ukrainische Mannschaft kommt üblicherweise für einige Trainingslager nach Österreich, nach Ramsau und Obertilliach. Ihnen gefällt eine besondere Strecke: „Wir fahren mit dem Rennrad von Obertilliach zum Großglockner-Gletscher. Es sind etwa 120 km bis zur Großglockner-Straße plus 30 km auf dem Rückweg, bevor die Trainer uns abholen.“

Weltfahrradtag: Training auf Straßen und Trails

Ob es ein kühler, schattiger Trail in den Dolomiten ist, eine endlose Teerzunge in Weißrussland oder ein anspruchsvoller Anstieg in Frankreich: Hunderte Biathleten werden heute zum Weltfahrradtag in den Pedalen stehen. 

Fotos: Marketa Davidova, Klemen Bauer, Vincent Favre Photography, Florent Claude, Dmytro Pidruchnyi, Lukas Hofer, Dzinara Alimbekava, Simon Desthieux

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