Dorothea Wierer & Johannes Thingnes Boe setzen sich in Wiesbaden durch

Dorothea Wierer & Johannes Thingnes Boe setzen sich in Wiesbaden durch

Dorothea Wierer und Johannes Thingsnes Boe dominierten das Achterfeld beim Wiesbaden City Biathlon. Beide konnten die letzte Runde genießen und sicherten sich einen komfortablen Sieg bei 29°C. Wierer ging nach dem ersten Stehendschießen in Führung, beendete ihren Triumphzug in 30:46,8 und schlug die amtierenden Siegerin Julia Simon. Wie Wierer brachte sich auch JT Boe dank zweier fehlerfreier Stehendeinlagen in Führung und siegt im Männerrennen in 32:01,5.

Wierer: „Hartes Rennen in dieser Hitze“

Wierer griff an der Strecke mehrmals nach den angebotenen Getränken. Sie gab zu, dass die Hitze auch die Leistungen am Schießstand beeinflusste. „Es war ein hartes Rennen in dieser Hitze. Wir sind nicht daran gewöhnt, bei derartigen Temperaturen zu laufen. Die Matten reflektieren die Hitze. Das macht es noch heißer.“

Trotz der Temperaturen freute sie sich über die Chance, einmal nicht nur gegen ihre Teamkameraden antreten zu können. „Es war ein wirklich gutes Trainingsrennen. Ich habe mich über die internationale Beteiligung gefreut. Das bringt eine völlig andere Spannung in den Wettkampf, als wenn man innerhalb des Teams nur gegeneinander antritt.“

Die Italienerin brauchte sieben Nachlader bei ihrem Sieg auf dem Innenstadtring. Simon wurde mit sechs Nachladern und einem Rückstand von 35,6 Sekunden Zweite. Platz drei ging an Marketa Davidova mit neun Nachladern und einem Abstand von 1:14,9.

Doro und Julia

Der Kampf zwischen den Spitzensportlerinnen dauerte nicht lange. Ingrid Landmark Tandrevold führte das Feld vom Start weg, fiel aber aufgrund von Problemen am Schießstand bald zurück. Alle hatten beim ersten Liegendschießen zu kämpfen, obwohl die Windfahnen schlaff herunterhingen. Wierer musste ebenfalls nachladen, konnte aber mit einem kleinen Vorsprung zurück auf die Strecke gehen. Monika Hojnisz-Starega und Simon lagen 6,3 bzw. 9,7 Sekunden zurück. Simon erarbeitete sich beim zweiten Liegendschießen einen Zwei-Sekunden-Vorsprung vor der Italienerin. Das Duo kam zusammen zum ersten Stehendschießen und feuerte Seite an Seite. Wierer legte alle fünf Scheiben mit sechs Schüssen um und ging sieben Sekunden in Führung. Von diesem Punkt an lief für sie alles wie geschmiert. Die letzten fünf Schüsse fielen einer nach dem anderen und sie war weg, bevor die Französin mit ihrer Einlage begonnen hatte. Wierer lag nun 27 Sekunden vorn. Die Italienerin hatte ihr letztes Schießen etwas interessant gestaltet, indem sie drei Scheiben schnell abgeräumt, dann eine verfehlt, mit dem nächsten Schuss getroffen und die letzte wieder verfehlt hatte. Schließlich reichten ihr aber die Nachlader. Simon blieb fehlerfrei und lag nur acht Sekunden zurück.


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Doch die letzte Runde gehörte Doro. Simon konnte in der Hitze nicht mehr zulegen oder die Italienerin angreifen. Wierer überquerte mit erhobenen Händen die Ziellinie.

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Platz zwei für Said Karimulla Khalili

Johannes brauchte sechs Nachlader, um sich den Sieg zu sichern. Platz zwei ging bei den Herren an den 22-jährigen Said Karimulla Khalili in seinem ersten großen internationalen Rollerskiwettkampf. Khalili ließ die Konkurrenz mit nur fünf Nachladern am Schießstand alt aussehen und lag im Ziel nur 16,4 Sekunden zurück. Lukas Hofer wurde Dritter mit neun Nachladern und einem Rückstand von 22,7 Sekunden.

Hofer sieht doppelt

Hofer schrieb auf der Webseite Fondo Italia übers seinen Tag: „Es war eine toller Erfahrung. Bisher sind wir noch nie (in diesem Sommer) in einem internationalen Rennen angetreten. Es war ein guter Test, um zu sehen, wo wir stehen. Ich hatte einige Probleme beim ersten Liegendschießen, denn mein Puls war sehr hart. Ich habe zehn Scheiben gesehen, nicht nur fünf! Dann konnte ich aber eine gute Leistung im Stehendschießen zeigen (und mir den Treppchenplatz erarbeiten).“


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Tarjei und Johannes

Tarjei und Johannes kontrollierten die Geschwindigkeit von Beginn an. Wie bei den Damen mussten alle beim ersten Liegendschießen nachladen. Tarjei sicherte sich die Führung, dicht gefolgt von Dmytro Pidruchnyi und Erik Lesser, weniger als drei Sekunden hinter ihm. Nach der Hälfte der nächsten Runde lag Tarjei sechs Sekunden vor seinen drei Verfolgern, darunter auch sein Bruder. Beim zweiten Schießen räumte Pidruchnyi alle fünf Scheiben ab und übernahm die Führung, während die Norweger mit ihren Nachladern kämpften. Nach dem dritten Liegendschießen setzte sich Johannes wiederum 0,8 Sekunden vor Pidruchnyi und Roman Rees. Der Norweger flog allen davon und kam als Erster zum ersten Stehendschießen. Doch erneut schoss sich der Ukrainer seinen Weg an die Spitze mit nur einem Nachlader. Johannes musste mehrmals nachladen und lag 4,2 Sekunden zurück – Schulter an Schulter mit seinem Bruder Tarjei.


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Fehlerfreie Schießeinlagen und Unfälle

Die Brüder überholten Pidruchnyi bald und Tarjei führte vor dem zweiten Stehendschießen. Er gab schnell drei Schüsse ab, hatte aber Probleme, die letzte Scheibe zu treffen. Johannes blieb fehlerfrei und setze sich an die Spitze. Er besiegelte den Sieg mit einem perfekten letzten Stehendschießen. Tarjei fiel zurück, als er kurz vor dem dritten Stehendschießen einen Rollerski verlor. Er lag auch Rang drei, arbeitete sich aber mit fünf Treffern wieder nach vorn auf Rang zwei, 23,5 Sekunden hinter seinem Bruder. Khalili war Dritter. Der ältere Boe-Bruder wurde erneut einige hundert Meter vor dem Ziel in einen Unfall verwickelt, der ihn aus dem Rennen warf. Er musste zu Fuß zur Ziellinie gehen. Er hatte Kratzer an Armen und Beinen sowie im Gesicht, konnte aber noch lächeln und mit den Zuschauern reden.

Auf der letzten Runde konnte der dreimalige IBU Weltcupgesamtsieger sich feiern lassen. Er hatte sogar Zeit, einmal anzuhalten, sich umzudrehen und zu lächeln, bevor er ins Ziel fuhr.


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„Test“ vorbei; nächste Station: Olympische Spiele

Ein weiterer „Sommertest“ war vorbei und die 16 Topathleten flogen wieder zurück in ihre Heimat, um für die Olympiasaison zu trainieren. Nach einem starken Auftritt am heutigen Tag sagte Wierer über ihre Ziele für die nächste Saison und Peking 2022 (die wahrscheinlich denen von JT Boe ähneln): „Ich möchte konstant in der Gesamtwertung sein und die ganze Saison über gute Ergebnisse abliefern. Die Olympischen Spiele sind einzigartig und man braucht auch immer etwas Glück. Jeder möchte eine Medaille gewinnen.“

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Photos: IBU/Harald Deubert

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