WM-Gold im Massenstart für Dorothea Wierer

 WM-Gold im Massenstart für Dorothea Wierer

Dorothea Wierer aus Italien konnte sich trotz zweier Strafrunden beim letzten Stehendschießen Gold im Massenstart über 12,5km bei der IBU Weltmeisterschaft sichern. Sie lief die Schlussrunde allein von vorn und kam in 37:26,4 ins Ziel. Ekaterina Yurlova-Percht aus Russland leistete sich ebenfalls zwei Fehler und holte Silber, 4,9 Sekunden hinter Wierer. Die Russin schaffte es, die immer näher stürmende Denise Herrmann aus Deutschland doch noch auf Distanz zu halten. Herrmann schoss vier Strafrunden und holte zusätzlich zu ihrer Goldmedaille aus der Verfolgung heute Bronze.

IBU World Championships Women's Mass Start

Unerwarteter Sieg

Wierer sagte über ihren Sieg: „Es ist unglaublich! Das (der Sieg) kommt völlig unerwartet. Heute wollte ich einfach nur die WM zu Ende bringen. Ich war sehr nervös beim letzten Schießen. Die Runde war sehr hart für mich, denn die anderen folgten mir auf dem Fuß. Aber ich bin überglücklich, dass ich es geschafft habe.“

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„Nach dem Schießen wusste ich, dass ich es schaffen kann“

Die erste italienische IBU Weltmeisterin aller Zeiten wusste nach dem ersten Stehendschießen, dass ein Sieg möglich war. „Ich freue mich über meine heutige Leistung, vor allem über mein dreimaliges fehlerfreies Schießen. Ich war läuferisch nicht 100%ig fit, denn ich hatte Magenprobleme, die schon meinen Start in der Staffel verhindert hatten… Ich wusste, dass ich es schaffen konnte, nachdem ich zum dritten Mal Null geschossen hatte. Dann ließ ich zwei Scheiben stehen und war nicht sicher, ob Ekaterina oder Denise mich noch einholen würden. Es war eine harte Schlussrunde.“

Der Sieg brachte Wierer auch das Gelbe Trikot und die Führung in der IBU Weltcupgesamtwertung vor ihrer Teamkollegin Lisa Vittozzi ein. Wer die Große Kristallkugel mit nach Hause nimmt, wird sich beim Weltcupfinale in Oslo entscheiden.

Die Weltmeisterin im Einzel über 15km, Hanna Oeberg aus Schweden, wurde Vierte mit drei Fehlern und einem Rückstand von 52,7 Sekunden. Platz sechs ging an die Norwegerin Tiril Eckhoff mit vier Strafrunden und einem Abstand von 57,7 Sekunden. Herrmanns Teamkollegin Laura Dahlmeier landete mit vier Fehlern 1:03,4 hinter der Siegerin auf Rang sechs.

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Schneetreiben: Schnelle Läuferinnen an der Spitze

Beim letzten Wettkampf dieser IBU WM erhöhten starker Schneefall und Windböen den Schwierigkeitsgrad für die 30 Athletinnen. Zwei der schnellsten Läuferinnen des Feldes, Herrmann und Kuzmina, zogen das Feld bereits auf der ersten Runde auseinander. Dreizehn Damen, angeführt von Lokalmatadorin Oeberg und Wierer, blieben fehlerfrei. Und gingen innerhalb von 16 Sekunden auf die nächste Runde. Kuzmina schoss sich mit vier Fehlern schon in dieser frühen Phase aus dem Medaillenkampf.

Yurlova-Percht und Wierer

Herrmann zog das Tempo erneut an und ging vor dem zweiten Schießen in Führung. Sie schoss einen Fehler, ebenso wie Oeberg. Yurlova-Percht und Wierer schossen tadellos und gingen zusammen auf die nächste Runde. Nur weitere vier Athletinnen konnten ihnen ohne Fehler folgen und lagen innerhalb von 7 Sekunden. Auch Hojnisz traf alles, lag jedoch 24 Sekunden zurück auf Rang 7, dicht gefolgt von Oeberg und Mäkäräinen. Herrmann kam aus der Strafrunde und machte sich erneut an die Aufholjagd. Sie versuchte, die Lücke zu den Führenden zum ersten Stehendschießen hin zu schließen.

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Wierer geht in Führung

Die Italienerin leistete sich erneut keinen Patzer, während ihre russische Konkurrentin einmal in die Strafrunde musste. Wierer lag nun 31 Sekunden vor dem Feld in Führung. Mäkäräinen hatte sich wieder in die Medaillenränge gelaufen, ließ eine Scheibe stehen und ging als Dritte zurück auf die Runde. Olsbu Røiseland und Hojnisz folgten, 55 Sekunden hinter Wierer. Herrmann lag weitere 10 Sekunden hinter dieser Verfolgergruppe. Die Finnin hielt das Tempo hoch und konnte sich von ihren Rivalinnen lösen. Vor ihr lagen nur noch Wierer und Yurlova-Percht.

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Top 3 in der Strafrunde

Die Windflaggen standen fast senkrecht und Wierer ließ zwei Scheiben stehen. Yurlova-Percht musste auch einmal in die Strafrunde. Wierer ging 10 Sekunden vor der Russin zurück auf die Schlussrunde. Herrmann traf einmal nicht und kam als Dritte aus der Strafrunde, 33 Sekunden hinter Wierer. Oeberg folgte weitere 13 Sekunden dahinter.

Gold für Doro

Mit Frust im Bauch über die bisher medaillenlosen Einzelwettkämpfe holte Wierer auf der Schlussrunde alles aus sich heraus und reckte beim Zieleinlauf triumphierend ihre Arme in die Höhe. Herrmann versuchte noch, sich Silber zu schnappen und kam 1200 Meter vor dem Ziel bis auf 10 Sekunden an Yurlova-Percht heran. Doch die Russin biss die Zähne zusammen und konnte die schnelle Deutsche noch auf Distanz halten. Yurlova-Percht holte Silber und Herrmann freute sich über Bronze.

 WM-Gold im Massenstart für Dorothea Wierer
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Zweite IBU WM-Medaille der Karriere für Yurlova-Percht

Yurlova-Perchts Silbermedaille ist das zweite Edelmetall ihrer Biathlonkarriere. 2015 gewann sie Gold im Einzel über 15km in Kontiolahti. Heute sorgte sie sich vor allem über das Wetter und konzentrierte sich auf ihr Schießen. „ich denke, ich war voll auf das Schießen fokussiert. Als ich am Morgen aufwachte und aus dem Fenster sah, war ich über den Anblick überrascht: Schneetreiben und Wind in Östersund. Mein Ziel war es, liegend gut durchzukommen und mir stehend jeden Schuss zu erarbeiten.“

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Schnellstarterin Herrmann

Herrmann erklärte, warum sie jedes Rennen schnell angeht: „Ich muss schnell starten, weil ich so viel Zeit am Schießstand einbüße. Auf der letzten Runde habe ich das gespürt, denn ich habe zwei Fehler mehr als die anderen beiden Mädels geschossen. Es war sehr schwer aufgrund der windigen Bedingungen und auch die Strecke war nicht so schnell… Das kostet viel Kraft.“ In Hinblick auf ihre drei WM-Medaillen sagte sie: „Ich freue mich riesig über diese Weltmeisterschaften. Ich hatte auf eine Medaille gehofft.“

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